Fake-Profile beim Online-Dating
Fake-Profile können emotionale und finanzielle Schäden anrichten
Ratgeber

Online-Dating: Fake-Profile erkennen

Online-Dating ist aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Das Internet bietet Singles optimale Möglichkeiten, Partnerschaften einzugehen. Unabhängig von Zeit und Raum suchen Menschen das perfekte Match, aufregende Flirts, unkomplizierte Dates oder One-Night-Stands. Das bedeutet hohe Verdienstmöglichkeiten. Für Portalbetreiber und Betrüger gleichermaßen. Aber: Fake-Profile lassen sich erkennen – wir zeigen wie!

Allein im deutschsprachigen Raum gibt es über 2.500 Datingportale. Darunter finden sich Partneragenturen, Singlebörsen und Erotikportale. Zu den größten Ärgernissen für suchende Singles gehören Fake-Profile. Hier besteht neben der Gefahr der Zeitverschwendung das Risiko emotional verletzt und um die eigenen Ersparnisse gebracht zu werden. Um bei der Suche nach Liebe, Beziehung oder Sex keinem Betrüger auf den Leim zu gehen, ist es wichtig, die Maschen unterschiedlicher Faker zu durchschauen.

Was sind Fake-Profile?

Das englische Wort „Fake“ bedeutet „Fälschung“. Fake-Profile sind mit erfundenen Daten gefüllte Nutzerprofile in Singlebörsen, Dating-Apps, Erotikportalen, Partnervermittlungen sowie in sozialen Medien wie Facebook. Als Profilbilder werden häufig professionelle oder gestohlene Fotos eingesetzt.

Welche Absichten stecken hinter Fake-Profilen?

Vor allem preiswerte oder kostenfreie Datingportale sowie insbesondere Dating-Apps ziehen Betrüger magisch an. Jeder kann sich dort innerhalb weniger Minuten anmelden und mit anderen Usern interagieren. Hinter Fake-Profilen verbergen sich in der Regel fünf verschiedene Interessengruppen:

  1. Betreiber von Singlebörsen und Erotikportalen
  2. Spammer
  3. Love Scammer / Romance Scammer
  4. Prostituierte
  5. Menschen mit psychischen Problemen

1. Betreiber von Singlebörsen und Erotikportalen

Fakes auf Singlebörsen
Fakes: Manchmal stecken die Betreiber selbst dahinter
Im ersten Moment klingt es unglaublich: Die Betreiber von Singlebörsen und Erotikportalen selbst sollen hinter Fake-Profilen stecken? Tatsächlich verweisen etliche Anbieter in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen sogar offen darauf, dass sie mit sogenannten Controllern, Animateuren und Moderatoren arbeiten. Die Bezeichnungen und Begründungen variieren. Mal heißt es, diese Maßnahme steigere den Unterhaltungswert. Mal soll ein Ungleichgewicht im Männer-Frauen-Verhältnis ausgeglichen werden. Mal sollen die Fake-Profile in Zeiten von Mitgliederflauten für Interaktion sorgen. In Wirklichkeit geht es den Betreibern darum, teure Extras zu verkaufen, Singles auf kostenpflichtige Websites umzuleiten oder ihnen anderweitig Geld aus der Tasche zu ziehen. Gewinn-Maximierung ist das Ziel. Dementsprechend lohnen sich diese Faker vor allem in Portalen, in denen kostenpflichtige Extras mit Credits bezahlt werden.

Daraus wird oft kein Geheimnis gemacht. Beispielsweise wird in vielen Singlebörsen innerhalb der AGB darauf hingewiesen, dass es sich um einen „moderierten Dienst“ handelt. „Die Moderation dient dazu, die Aktivitäten über das Portal und damit die Umsätze des Betreibers zu erhöhen. Dazu legen Moderatoren, die vom Betreiber beschäftigt werden, eine Vielzahl von Profilen fiktiver Personen an und geben sich als diese fiktive Person aus. […] Es ist davon auszugehen, dass es sich bei sämtlichen weiblichen Profilen um fiktive Profile handelt, die von Moderatoren betrieben werden.“

Eine andere Website erklärt: „Der Betreiber behält sich vor, über Moderationen die Aktivitäten auf … zu erhöhen. […] Der Nutzer willigt in dieses Vorgehen ausdrücklich ein. Der Nutzer ist darüber informiert, dass die Möglichkeit besteht, dass es sich bei seinem Chatpartner um einen solchen Moderator handelt.“

Der Dating-App Lovoo wurde im Jahr 2016 vorgeworfen, Nutzer im großen Stil mit dem Einsatz von sogenannten „Promotern“ um ihr Geld gebracht zu haben. Die fiktiven Frauen sollen damit über eine Million Euro ergaunert haben, wie der Stern berichtete.

Tipp: Vor einer Anmeldung bei Datingportalen immer (!) die AGB sorgfältig lesen. Steht im Kleingedruckten etwas „Verdächtiges“, Unklares darin? Sind die Klauseln schwer verständlich? Meldet sich beim Lesen ein ungutes Gefühl? Dann ist es sinnvoller, ein anderes Datingportal zu wählen. Auswahl gibt es schließlich genug.

2. Spammer

Spammer arbeiten in der Regel für ein Konkurrenzunternehmen. Sie versuchen, Kunden für ihren eigentlichen Auftraggeber abzuwerben. Die übliche Masche: Ein gutaussehender, sympathischer Single verwickelt echte User in anregende Gespräche. Man tauscht Fotos, versteht sich, die Chemie stimmt. Scheinbar. Unter einem Vorwand versucht der Spammer schließlich, den User auf eine andere Plattform mitzunehmen. Das übliche Versprechen: Dort sei es sicherer und besser. Geht der angesprochene User mit, hält der anregende Kontakt in der Regel an, bis ein Vertrag abgeschlossen wurde und nicht mehr ohne Folgen widerrufen werden kann. Dann verschwindet der Spammer.

Tipp: Statt sich auf einen Portalwechsel einzulassen, lieber auf kostenlose Kommunikationsmöglichkeiten bestehen. Wer echtes Interesse hat – und nicht nur welches vorgaukelt – wird sicher gerne skypen. Aus Sicherheitsgründen sollte für das Online-Dating unbedingt ein neuer Skype-Account unter Pseudonym angelegt werden.

3. Love Scammer / Romance Scammer

Der Begriff „Love Scammer“ bedeutet so viel wie „Liebesbetrüger“. Hinter „Love Scammern“ verbergen sich Männer und Frauen gleichermaßen. Sie spielen ihren Opfern Seelenverwandtschaft und große Gefühle vor. Ziel ist, möglichst schnell eine emotionale Abhängigkeit herzustellen. Dafür suchen sie bevorzugt Menschen, die schon länger alleinstehend sind und sich einsam fühlen. Das können weniger selbstbewusste, vielleicht eher durchschnittlich aussehende oder ältere Singles sein. Altruistische Menschen sind ebenfalls in Gefahr, diesen Betrügern auf den Leim zu gehen. Ihr „Helfersyndrom“ springt an, sobald sie um Hilfe gebeten werden.

Irgendwann bitten Love Scammer um Geld. Angeblich könnten sie sich die Fahrt oder den Flug zum ersten gemeinsamen Treffpunkt nicht leisten. Oder sie stecken tief in Schulden. Manche behaupten, Geld für lebenswichtige Operationen zu benötigen. Dahinter verbergen sich selten Privatpersonen, sondern überwiegend organisierte Banden aus anderen Ländern. Häufig erkennt man sie an einer schlechten Sprachbeherrschung. Grammatik und Rechtschreibung sind fehlerhaft, weil mit Online-Übersetzungsprogrammen gearbeitet wird.

Tipp: Niemals Menschen, die man nicht persönlich kennt, Geld überweisen oder aushändigen. Wer ein Treffen realisieren möchte, wird einen Weg finden. Andernfalls besteht sowieso kein echtes Interesse.

4. Prostituierte

Viele Männer suchen im Internet nicht nach Liebe und Beziehung. Ihnen geht es um One-Night-Stands, Affären oder das Ausleben bestimmter erotischer Vorlieben. Über Fake-Profile bauen Prostituierte Kontakt zu diesen Männern auf. Allerdings sind ihre anschließend angebotenen Dienstleistungen zur großen Überraschung dann kostenpflichtig.

Tipp: Die wenigsten Frauen träumen von flüchtigen Sexkontakten mit Männern, die sie nicht kennen. Fetisch und BDSM mag eine kleine Gruppe von Frauen aufrichtig ansprechen. Die Wahrscheinlichkeit, ausgerechnet diesen Frauen in einer nicht auf BDSM und Fetisch spezialisierten Singlebörse über den Weg zu laufen, ist jedoch alles andere als hoch. Gesundes Misstrauen ist also stets angebracht.

5. Menschen mit psychischen Problemen

Diese Gruppe stellt einen Sonderfall dar. Sie als Fake zu enttarnen, ist schwer bis unmöglich. Es gibt Menschen, die aufgrund einer psychischen Krankheit aufwendige Fake-Profile anlegen und mit für sie interessanten Usern interagieren. Dahinter kann beispielsweise Beziehungsangst stecken.

Manchmal wagt es jemand nicht, die eigene Homosexualität auszuleben. Das ist Victoria Schwartz, Autorin von „Wie meine Internet-Liebe zum Alptraum wurde: Das Phänomen Realfakes“, passiert. Hinter ihrer vermeintlich großen Internetliebe steckte eine Frau. Die in die USA ausgewanderte deutsche Psychologin sagte ihr genau das, was sie hören wollte. Sie gab ihr das Gefühl, verstanden zu werden. Mit gestohlenen Fotos hielt sie die Illusion aufrecht.

Frau mit psychischen Problemen
Auch Menschen mit psychischen Problemen erstellen oft Fake-Profile
Ihrer Einschätzung nach sind 70 % dieser Fakes weiblich. Es handele sich um Menschen „mit Persönlichkeitsstörungen. Sie wollen ein anderes, glamouröseres Leben führen, haben Angst vor Enttäuschungen. Oder lieben es, einmal Macht wie ein Mann auszuüben.“ Die einzige Chance, sie zu enttarnen, ist ein persönliches Treffen. Genau das zögern Fakes mit psychischen Problemen jedoch hinaus. Typische Erklärungen: zu viel Stress, keine Zeit, berufliche Außeneinsätze in anderen Ländern. Auch das Skypen wird vermieden. Dafür haben sie laut Victoria Schwartz diverse und teilweise schockierende Erklärungen parat. Beispielsweise behaupteten sie, vor einer Kamera missbraucht worden zu sein. Nach solch einer Aussage drängt vermutlich niemand mehr auf einen Videochat.

Tipp: Wer immer wieder Treffen absagt und eine Ausrede nach der anderen präsentiert, ist nicht an einer ernsthaften Beziehung interessiert. Verliebte Menschen finden einen Weg, ihren Flirtpartner zu treffen. Immer. Trotz Stress und anspruchsvollem Berufsleben. Trotz Aufenthalten im In- und Ausland. Und wenn nicht, dann handelt es sich nicht um den richtigen Partner. Das hieße nämlich auch: Im Alltag geht alles andere vor. Von solchen Online-Kontakten verabschiedet man sich besser sofort.

Fake-Profile erkennen

Mit gesundem Menschenverstand und unseren nachstehenden Tipps lassen sich Fake-Profile in den meisten Fällen sicher erkennen und entlarven:

1

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) aufmerksam lesen

Finden sich im Kleingedruckten der Dating-App oder Singlebörse Hinweise auf „Moderatoren“, „moderierte Dienste“, „Internet-Kontakt-Markt-Schreiber“ (IKM-Schreiber), Animateure und dergleichen? Dann werden professionelle Schreiber eingesetzt, die Singles bei der Stange halten sollen. Meistens handelt es sich dabei um Mitarbeiter des Portals oder einer Agentur, die in hunderte verschiedene Rollen schlüpfen. Wer den Kontakt mit Fake-Profilen vermeiden will, wählt am besten sofort ein anderes Datingportal.

Tipp: Es gibt genug seriöse Anbieter, die ohne diese Maschen auskommen. Dazu zählen niveauvolle Partnervermittlungen wie Parship, ElitePartner und eDarling. Zwar fallen beim Abschluss einer Premium-Mitgliedschaft Kosten an, dafür kann man sich immerhin relativ sicher sein, real existierenden Menschen zu begegnen. Profile werden bei den genannten drei Datingportalen von Hand geprüft. Faker wie Love-Scammer oder Prostituierte werden bei Entdeckung entfernt.
2

Profilfotos kritisch begutachten

Typisches Fake-Profil Foto
Typisch für Fake-Profile: Ein Foto wie aus dem Katalog
Sieht das Profilfoto auffällig professionell erstellt aus und erinnert eher an das Ergebnis eines Model-Shootings? Dann ist Vorsicht geboten. Die meisten Singles, die die Partnersuche ernst nehmen, bemühen sich zwar um qualitativ hochwertige Aufnahmen, aber in ein professionelles Fotostudio gehen die wenigsten. Nur, wer sich in einer kostenpflichtigen Partnerbörse wie Parship, ElitePartner oder eDarling bewegt, sucht möglicherweise tatsächlich einen Fotografen auf. Mitglieder kostenfreier Dating-Dienste scheuen diese nicht unerhebliche Investition in der Regel. Verdächtig sind beispielsweise Fotos von Männern vor Yachten, schnellen Autos oder repräsentativen Gebäuden. Hier soll einsamen Frauen Reichtum und Einfluss vorgegaukelt werden.

Zeigen die Bilder auffallend attraktive Frauen, womöglich in sexy Posen, ist ebenfalls ein gesundes Misstrauen angebracht. Dahinter können sich Fake-Profile verbergen. Selbstverständlich sind in Partnerbörsen, Singlebörsen und Flirtportalen durchaus gutaussehende Menschen unterwegs, aber Modeloptik und Katalogschönheiten sind dennoch selten.

Manchmal kann die Google-Bildersuche für Klarheit sorgen. Per Klick auf das Kamera-Symbol in der Suchleiste lässt sich mit dem Profilbild eine „Rückwärtssuche“ durchführen. Taucht das als Profilbild verwendete Foto womöglich in irgendeiner Modellkartei auf? Ist es gestohlen? Findet es sich auf typischen Bilderseiten wie Pixabay oder Pixelio? Dann ist das Profil mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ein Fake.

Tipp: Um festzustellen, ob es sich um eine real existierende Person handelt, kann man um ein ganz spezielles Bild bitten. Beliebte Möglichkeiten sind Aufnahmen mit dem Zeigefinger an der Nasenspitze oder mit herausgestreckter Zunge. Hier ist ein bisschen Kreativität gefragt. Wichtig ist allerdings, dass das Gesicht der anderen Person gut erkennbar bleibt. Hat der Datingpartner ernsthafte Absichten, wird er die Bitte nach einem solchen Bild verstehen und akzeptieren.
3

Das Profil aufmerksam studieren

Wer sich in betrügerischer Absicht einen Fake-Account anlegt, gibt sich in der Regel nicht viel Mühe mit der detaillierten Ausarbeitung der Präsenz. Das Profil ist möglicherweise kaum ausgefüllt. Vielleicht ist es auffällig allgemein und nichtssagend, unpersönlich und wenig konkret gehalten. Echte Informationen sind kaum vorhanden. Das sollte die Alarmglocken klingeln lassen.

Singles, die wirklich auf der Suche nach Liebe, Beziehungen und Partnerschaft sind, wollen anderen Singles zeigen, wer sie sind. Schließlich sind sie auf der Suche nach einem passenden Pendant. Sie stehen zu sich, ihren Hobbys, Interessen und ihrer politischen Einstellung. Je aufwendiger die Profile ausgearbeitet sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Person dahinter ein echter Single ist. Eine Ausnahme bilden allerdings die Gruppe der Realfakes mit psychischen Problemen. Diese geben sich oft sehr viel Mühe bei der Ausgestaltung ihrer Identität. Sie erkennt man daran, dass ihr Profil dem eigenen frappierend ähnelt. Oder es bietet mysteriöserweise genau das, was man laut eigenen Profilaussagen sucht.

Tipp: Prüfen lässt sich die Echtheit eines Profils mit geschickten Rückfragen. Jemand, der angeblich gerne surft, kann bestimmt nicht nur von den schönsten Surfs weltweit schwärmen. Er kann sicher auch genau erklären, wie er sein Surfboard im Flugzeug verstaut. Ein Krimileser sollte Einzelheiten aus seinem Lieblingsbuch kennen. Der Augenarzt kann sicher auf Anhieb erläutern, was eine Linsenluxation ist. Vergeht zwischen Frage und Antwort ungewöhnlich viel Zeit, wird nebenher gegoogelt. Jemand, der wirklich tut, was er vorgibt zu tun, kann in epischer Breite davon berichten.
4

Die Kommunikation analysieren

Faker, die im Auftrag von Singlebörsen arbeiten, können sich nicht alles merken oder stichworthaft notieren. Sie chatten mit unzähligen Menschen gleichzeitig. Vergisst der Chatpartner Details aus vorherigen Gesprächen? Kann er sich an angebliche Lieblingsfilme und Bücher plötzlich nicht mehr erinnern? Stellt er Fragen mehrfach? Dann könnte dahinter ein Fake-Profil stecken. Eine Möglichkeit ist, auf eine wiederholt gestellte Frage eine völlig andere Antwort als beim ersten Mal zu geben. Fällt dem anderen das auf?

Weitere wichtige Anhaltspunkte bietet die Interaktion. Erzählt der Andere bereitwillig Dinge von sich? Teilt er Anekdoten aus seinem Leben? Erwähnt er Freunde, Kinder, Kollegen? Fragt er interessiert nach und zeigt er Freude am Kennenlernen? Kommt es zu echten, tiefen Gesprächen mit tatsächlichem wechselseitigen Austausch? Inhaber von Fake-Profilen haben in der Regel kein großes Interesse an Hobbys, Interessen oder Lebensvorstellungen anderer Personen. Sie verfolgen nur ihr Ziel. Schickt jemand permanent Standardnachrichten, die keinen persönlichen Inhalt haben, ist Vorsicht angebracht.

  • Wer Männer bei der Stange halten soll, um sie zum Abschluss einer Premium-Mitgliedschaft zu bringen oder zu kostenpflichtigen Nachrichten zu verführen, wird eher sexuelle Anspielungen machen und flirten.
  • Frauen, die Sex gegen Geld anbieten, konzentrieren sich auf die sexuellen Vorlieben der anderen Person. Oft interessieren sich die Damen für auffällig extremen Sex, Fetische und dergleichen.
  • Love-Scammer sind oft schnell mit Liebesbekundungen. Dabei kennt man sich bisher kaum. Aktives Zuhören ist zwar generell gewünscht. Aufmerksames Hinhören und interessiertes Rückfragen sorgt für Gespräche mit Tiefgang. Wiederholt der andere allerdings das Gesagte ständig nur mit anderen Worten, befürwortet alles und sieht jedes noch so kontroverse Thema ganz genauso wie man selbst, sollten Alarmglocken klingeln.
Tipp: Auf die Rechtschreibung und offensichtliche inhaltliche Widersprüche achten. Schreibt jemand alle Wörter klein, könnte das daran liegen, dass mehrere Personen den Flirtkontakt „spielen“. Vergisst der Flirtkontakt mitgeteilte Details, sind zumindest Zweifel am Interesse des anderen angebracht. Offenbar hört derjenige nicht besonders gut zu.
5

Facebook und andere soziale Medien

Love-Scammer besitzen oft ein Facebook-Profil, das erst wenige Tage oder Wochen alt ist. Das Profilbild zeigt wahlweise eine attraktive, oft sexy gekleidete Frau oder einen Mann mit typischen Erfolgssymbolen: teure Autos, Yachten, Flugzeuge. Ab und zu sieht man einen Mann mit Kindern. Attraktive Männer in Uniformen sind ebenfalls keine Seltenheit. Die Freundesliste dieser Faker ist klein. Meistens befinden sich darunter Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die ihrerseits ebenfalls wenig Freunde haben, selten posten und durch auffällige Fotos Misstrauen erregen. Sex-Appeal, Macht und Geld oder Familiensinn sind die üblichen Hebel, mit denen arglose Menschen geködert und um Geld erleichtert werden sollen.

Tipp: Das Facebook-Profil genau ansehen! Nur ein paar Freunde, wenige Postings, kaum Likes? Dahinter könnte ein Fake-Profil stecken. Reale Menschen interagieren mit ihren Freunden, auch auf Facebook.
6

Vor einem persönlichen Treffen telefonieren und skypen

Wenn sich beim Online-Kontakt Sympathie und Interesse entwickeln, wird es Zeit für ein Treffen im echten Leben. Ob die Chemie zwischen zwei Menschen wirklich stimmt, ob „das Knistern“ für eine Beziehung reicht, weiß man erst, wenn man sich gegenübersteht. Aus Sicherheitsgründen ist Telefonieren und/oder Skypen vorher sinnvoll. Dafür empfiehlt sich der Erwerb einer eigenen SIM-Card beziehungsweise das Anlegen eines Extra-Accounts. Es ist sicherer, sich nicht mit dem kompletten Namen zu melden. Persönliche Daten wie Telefonnummer, private E-Mail-Adresse, Social-Media-Daten und Anschrift sollten nicht zu früh an fremde Personen herausgegeben werden. Dafür ist nach zwei bis drei persönlichen Treffen an neutralen öffentlichen Orten noch Zeit genug.

Skype und Videotelefonie
Videochats wie Skype sind eine gute Möglichkeit zum Fake-Check

Eine Entschuldigung wie: „Meine Webcam ist kaputt“ klingt verdächtig nach Ausrede. Webcam kaputt? Das ist ein Billigartikel, der sich Ruckzuck ersetzen lässt. Hier kann man ein paar Tage Zeit geben, bis ein Ersatz besorgt ist. Passiert das nicht, kommen die nächsten Ausreden, um sich um einen Videochat herumzudrücken, ist die andere Person wahrscheinlich ein Fake. Via Skype lässt sich schnell feststellen, ob Foto und Mensch deckungsgleich sind. Abgesehen davon: Telefonieren kann man auch ohne Webcam. Allerdings gibt es Möglichkeiten, die eigene Stimme zu verfremden und zu verändern.

Tipp: Ein Videochat bietet mehr Sicherheit. Hier ist es wichtig, sich nicht vertrösten zu lassen. Eine Möglichkeit, auf diese Ausreden zu reagieren: „Schade, ich dachte, du möchtest mich kennenlernen. Dann muss ich wohl weitersuchen.“ Die meisten Menschen möchten nicht nur einen „Papiertiger“, sondern sehnen sich nach einem realen Partner an ihrer Seite.

Fake-Profil entdeckt? So verhält man sich richtig

  • Das Fake-Profil bei den Betreibern der Singlebörse, Facebook etc. melden.
  • Alle Kontaktmöglichkeiten, die der Faker kennt, wechseln. Schon aus diesem Grund sollte man immer speziell für das Online-Dating eine eigene E-Mail-Adresse, einen separaten Skype-Account und eine eigene SIM-Card verwenden.
  • Ist es einem Betrüger gelungen Geld zu erschleichen oder ist ein Schaden entstanden, sollte Anzeige erstattet werden.

Fazit: Keine Chance für Fakes

Vorsicht ist geboten bei…

  • angeblichen Profilbildern mit körperlich sehr attraktiven Personen. Dahinter verbergen sich oft Models, deren Aufnahmen gestohlen wurden.
  • einer auffälligen Vorliebe des Online-Kontaktes für extremen Sex und Interesse an Männern und Frauen gleichermaßen. Prostituierte loten damit möglicherweise Vorlieben aus.
  • sehr professionell wirkenden Fotos. Die könnten auf das Konto des Portalbetreibers gehen. Eventuell sind hier Animateure unterwegs.
  • freizügigen Fotos. Auch diese Personen könnten von den Profilbetreibern selbst eingesetzt sein. Anregende Bilder werden eventuell dazu benutzt, Männer bei der Stange zu halten und zu finanziellen Ausgaben zu verführen.
  • lückenhaften Informationen im Profil. Fakes geben sich kaum Mühe mit der Ausgestaltung. Schließlich geht es ihnen nicht darum, jemanden kennenzulernen. Sie haben ihre eigene Agenda.

Echte Singles auf Partnersuche…

  • besitzen in der Regel ein ausführliches Profil mit einigermaßen ordentlicher Rechtschreibung und Grammatik.
  • laden mehrere Fotos von sich hoch und zeigen sich in einer Portraitaufnahme, einer Ganzkörperaufnahme und/oder bei Freizeitaktivitäten.
  • können problemlos auf Nachfrage weitere Fotos einstellen.
  • posten keine Bilder, auf denen sehr viel Haut zu sehen ist (Ausnahme: Es geht um Casual Dating).
  • stellen Fragen, interessieren sich für die Antworten und erzählen auch etwas über sich.
  • führen intensive Gespräche.
  • reden nicht nur über sexuelle Vorlieben.

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Bildnachweise
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