Zerstört Online-Dating das Beziehungsleben
Mehr als 10 Millionen Deutsche nutzen Online-Dating
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Zerstört Online-Dating das Beziehungsleben?

Mehr als 10 Millionen Deutsche sind jeden Monat auf Partnersuche im virtuellen Raum. Tendenz steigend. Trotzdem hat Online-Dating ein negatives Image. Was manche als oberflächliche Netz-Flirterei abtun, ist in Wirklichkeit eine große Chance für die Liebe, so Paartherapeutin, Heilpraktikerin und Kommunikationstrainerin Daniela Bernhardt aus Berlin. Voraussetzung: Man wählt „eine etwas anspruchsvollere Dating-Plattform“.

Kann man tatsächlich über das Internet die große Liebe finden? Daniela Bernhardt, die anlässlich des „Tags der virtuellen Liebe“ 2017 von Der Westen interviewt wurde, ist davon überzeugt. Allerdings sollte man nach Meinung der Expertin bei ernsthaftem Partnerwunsch nicht unbedingt auf mobile Dating-Apps wie Tinder & Co. setzen. Die sind in erster Linie spaßorientiert. Das ist eher etwas für Leute, die im „Vorübergehen ein bisschen nach rechts und links wischen“ wollen, so die Paartherapeutin.

Wer in der schnelllebigen Netzkultur mehr sucht als einen unverfänglichen Flirt, sei bei seriösen Bezahlplattformen wie Parship oder ElitePartner besser aufgehoben. Singles mit ernsthaften Absichten sind bereit, Geld zu investieren, um einen passenden Partner zu finden. Wer dort aktiv ist, hat sich vor der Profilerstellung in den meisten Fällen Gedanken gemacht und weiß, was er sucht. Viele Plattformen bringen darüber hinaus gezielt Singles zusammen, bei denen es knistern könnte.

Die Berliner Expertin rät dazu, das eigene Profil zu schärfen und gezielt als Filter zu nutzen: „Das Profil sollte klarmachen, was ich suche und was nicht.“. Je ehrlicher und konkreter man die eigenen Wünsche und Sehnsüchte auf den Punkt bringt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dem passenden Gegenpart zu begegnen. Das schließt sehr viele Personen von vornherein aus. Aber bei Kontakten zähle ohnehin nicht die Quantität, sondern allein die Qualität. „Es sollte nicht darum gehen, möglichst viele Zuschriften zu bekommen, sondern vielleicht nur die eine, die passt“, so Daniela Bernhardt. Alles andere sei letztendlich Zeitverschwendung und führe zu „blöden Dates“.

Die Kennenlernkultur habe sich durch das Netz sehr verändert. Es sei viel leichter geworden, andere anzusprechen und zu flirten. „Das wird virtuell gemacht, da ist man dann auch ein bisschen sicherer, da tut ein Korb auch nicht ganz so weh.“. Die Chance, jemanden zu finden, ist online außerdem sehr viel größer als bei der traditionellen Partnersuche. „Es sind genug in der Warteschleife.“

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Eine Gefahr sei allerdings die Verklärung der anderen Person: „Das sind Fälle, bei denen sich beide ganz viel Hoffnung gemacht haben und mit der rosaroten Brille eine Person, den jeweils anderen oder die ganze Sache verklärt haben. Die waren dann am Anfang vielleicht noch happy, aber letztendlich hat man sich nur in eine Halluzination verliebt.“. Das lässt sich nur durch ein Treffen im Real Life verhindern. Wer online eine spannende Bekanntschaft über eine Partnerbörse gemacht hat, sollte nicht allzu lange mit einem Treffen warten. Erst beim direkten Kontakt stellt sich heraus, ob Sympathie und Erotik wirklich überspringen. Zögert man das Kennenlernen zu lange hinaus, besteht die Gefahr, die andere Person hoffnungslos zu idealisieren.

Dass Dating-Plattformen zu Seitensprüngen einladen, glaubt die Paartherapeutin und Kommunikationstrainerin übrigens nicht. Nicht die Möglichkeit zum Online-Dating sei Ursache für Untreue, sondern die Entfremdung zwischen langjährigen Partnern: „Es ist kein Geheimnis, dass die sexuelle Anziehung zwischen Paaren nach einiger Zeit abnimmt. Dann kommt nicht mehr die Beziehung an erster Stelle, sondern vielleicht der Job oder die Kinder“. Wer das eigene Sexleben aus den Augen verliert, frei nach dem Motto: „das geht auch ohne“, gefährdet die eigene Beziehung, so Bernhardt. „Und wenn dann noch jemand dazu kommt, auf der Arbeit zum Beispiel, der ganz nett ist und bei dem man sich mal wieder geschmeichelt fühlt, dann passieren Dinge, die später schwer bereut werden.“. Gegen das Fremdgehen hilft letztendlich nur die kontinuierliche Arbeit an der eigenen Beziehung. Dazu gehören gegenseitige Unterstützung, Kommunikation und ein aktives Sexualleben.

Um die gesellschaftliche Akzeptanz von Online-Dating zu erhöhen, wurde der 24. Juli zum „Tag der virtuellen Liebe“ ernannt. Laut ElitePartner findet sich inzwischen immerhin jedes dritte Paar online. Es wird Zeit, das Negativimage endlich abzuschütteln. Das findet auch die Berliner Paartherapeutin Daniela Bernhardt. Die 53-jährige Expertin bezeichnet sich selbstbewusst als Fan virtueller Kennenlern-Möglichkeiten: „Insgesamt halte ich Online-Dating für eine große Chance.“

Hier geht es zum Interview auf derwesten.de

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