Speed-Dating
Speed-Dating - Definition & Bedeutung
Lexikon

Speed-Dating – Definition & Bedeutung

Speed-Dating ist eine Methode zur Partnersuche, bei der Singles in kurzer Zeit andere Alleinstehende kennenlernen, um einen neuen Partner zu finden. In der Regel ist die Anzahl der Teilnehmer auf vierzehn bis zwanzig Personen beschränkt. Dabei nehmen heterosexuelle Frauen und Männer in der gleichen Anzahl an dem Event teil. Entsprechende Veranstaltungen gibt es in Gaststätten und Cafés, aber auch online.

Herkunft des Begriffs

Speed-Dating setzt sich aus den englischen Wörtern „speed“ („Geschwindigkeit“) und „dating“ („Dating“) zusammen.

Geschichte und Entwicklung

Die Idee zu einem Speed-Dating-Event kam 1989 in Los Angeles in den USA auf. Als Initiator gilt Rabbi Yaacov Deyo. Ursprünglich diente diese Kennenlern-Methode dazu, Singles jüdischen Glaubens miteinander in Kontakt zu bringen. Deyo wollte die verstreut lebenden Gemeindemitglieder vernetzen und dazu beitragen, die Anzahl jüdischer Ehen zu erhöhen. Zusammen mit Freunden, die in der Entertainment-Industrie tätig waren, entwickelte er Speed-Dating als Kennenlern-Methode. Das erste Event fand in Peet’s Coffee & Tea in Beverly Hills statt. [1]

In den 1990er Jahren kamen kommerzielle Speed-Dating-Angebote auf. Inzwischen ist es ebenfalls möglich, online an Speed-Dating-Veranstaltungen teilzunehmen. [2]

Das Konzept ist nicht mehr ausschließlich auf die Partnersuche begrenzt. Die Industrie- und Handelskammern sowie die Agentur für Arbeit veranstalten Job-Speed-Datings, bei denen sich angehende Auszubildende oder qualifizierte Bewerber und Betriebe kennen lernen können. [3] Auch zur Wohnungsvergabe werden Speed-Datings organisiert, um geeignete Anwärter auf den Wohnraum zu identifizieren.

Ablauf

Speed-Dating ist als Gruppenveranstaltung konzipiert. Die Veranstalter achten bei Events im Real Life in der Regel darauf, dass die teilnehmenden Singles aus der gleichen Gegend stammen, einen ähnlichen Bildungsstand und ein ähnliches Alter haben. [4]

Jede Veranstaltung besteht aus mehreren Runden. Die Redezeit ist auf drei bis zehn Minuten begrenzt. In dieser kurzen Zeitspanne sitzen sich jeweils ein weiblicher und ein männlicher Single gegenüber. Ein Gong signalisiert, wann die Teilnehmer anfangen dürfen, sich zu unterhalten.

Mögliche Themen beim Speed-Dating:

  • Beruf
  • Hobbys und Interessen
  • Erwartungen, die sie an eine Beziehung stellen
  • Kinderwunsch
  • Haustiere
  • Zukunftspläne

Auf einem Zettel notieren die Singles, ob sie ihren Gegenpart wiedersehen möchten. Erklingt der Gong erneut, folgt ein Partnerwechsel. In der Regel bleiben die Frauen auf ihrem Platz sitzen und die Männer rücken einen Tisch auf. Am Ende der Veranstaltung hat jeder weibliche Single mit jedem männlichen Single ein kurzes Gespräch geführt.

Der Veranstalter wertet im Nachhinein die ausgefüllten Zettel aus. Bei einem „Match“ erhalten die Alleinstehenden die Kontaktinformationen der jeweils anderen Person.

Kritik

Wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass es beim Speed-Dating nicht auf innere Werte oder den Charakter ankommt. Auch die Inhalte des Gesprächs sind nebensächlich. Ob sich zwei Singles wiedersehen wollen, hängt überwiegend von Äußerlichkeiten ab. Attraktive Alleinstehende haben es bei der Partnersuche mit Speed-Dating leichter. [5]

Trotzdem ist die Erfolgsquote gering. An einer repräsentativen Untersuchung zum Thema Speed-Dating aus dem Jahr 2011 nahmen 382 Personen im Alter von 18 bis 54 Jahren teil.

  • 3,8-mal wurde jeder Single im Durchschnitt als potenzieller Partner ausgesucht.
  • 1,3-mal haben sich zwei Singles gegenseitig für ein weiteres Date ausgewählt.

Sechs Wochen und ein Jahr darauf fanden Nachbefragungen statt:

  • Nach sechs Wochen lag die Wahrscheinlichkeit für eine romantische Beziehung bei 6,6 %.
  • Nach einem Jahr zeigten 5,8 % der Befragten Interesse an einem sexuellen Kontakt. An einer Partnerschaft waren nur 4,4 % interessiert. [6]

Vorteile von Speed-Dating

  • Kontaktgarantie: Die anwesenden Singles kommen unkompliziert miteinander ins Gespräch. Niemand bekommt direkt einen Korb.
  • Effizienz: Die Zeitdauer ist begrenzt. So vermeiden Singles lange Dates mit ungeeigneten Personen.
  • Keine Belästigung: Speed-Dating findet weitgehend anonym statt. Persönliche Daten werden nur bei gegenseitigem Interesse weitergegeben.
  • Keine Missverständnisse: Sämtliche Teilnehmer sind alleinstehend und auf Partnersuche.
  • Niveau: In der Regel finden Speed-Dating-Events in Cafés oder Restaurants statt.

Nachteile von Speed-Dating

  • Für Extrovertierte: Speed-Dating ist nur bedingt für introvertierte Menschen geeignet. Wer aufgeschlossen, offen und schlagfertig reagiert, hat es beim Kennenlernen leichter.
  • Oberflächlichkeit: Überwiegend entscheiden Äußerlichkeiten darüber, ob ein weiteres Treffen zustande kommt. Die Zeit ist zu kurz, um in Gesprächen in die Tiefe zu gehen und sich wirklich kennenzulernen.
  • Niedrige Erfolgsquote: Partnerschaften sind selten.

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Bildlizenz: © pathdoc (ID 512348926) / shutterstock.com
Quellen:
[1] https://www.nytimes.com/2013/09/29/magazine/who-made-speed-dating.html
[2] http://www.spiegel.de/netzwelt/web/speed-dating-im-netz-zwei-minuten-fleischbeschau-a-550508.html
[3] http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/speed-dating-fuer-azubis-sorry-das-ist-mein-spicker-a-720465.html
[4] https://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_lifestyle/article117387884/Beim-Speeddating-lernen-sich-nur-wenige-kennen.html
[5] https://www.stern.de/gesundheit/sexualitaet/partnerwahl-speed-dating-mit-darwin-3272142.html
[6] Franz J. Neyer, Jens B. Asendorpf (2017): Psychologie der Persönlichkeit, S. 274