Cushioning
Cushioning - Definition & Bedeutung
Lexikon

Cushioning – Definition & Bedeutung

Hinter dem Dating-Trend „Cushioning“ verbirgt sich eine Sicherheitsstrategie: Der Cushioner flirtet neben seiner Beziehung weiterhin mit anderen. Scheitert die Partnerschaft, gibt es noch mindestens eine andere Person, die ihn auffängt. Damit verhindert der Cushioner systematisch Liebeskummer und Einsamkeit. Aber auch echte Nähe kann nicht entstehen. Wer Cushioning anwendet, lässt sich in Wirklichkeit nicht komplett auf einen anderen Menschen ein.

Ablauf beim Cushioning

Auch in einer festen Partnerschaft sind die meisten nicht blind für die Attraktivität anderer Personen. Cushioning geht allerdings einen Schritt weiter: Zusätzlich zu einer festen Partnerschaft unterhält der Cushioner noch weitere Kontakte zu interessanten Singles nebenbei und hält sie sich durch Flirtereien bewusst warm.

Wenn die Verliebtheit frisch ist, läuft zwar in der Beziehung alles gut. Aber das kann sich ändern, wenn der Alltag einkehrt. Der Cushioner sorgt für ein Sicherheitsnetz: Scheitert die Liebe, wird der tiefe Fall abgepolstert. Die nächsten warten schon auf ihre Chance. [1]

Dating-Apps und Social Media machen es leicht, mit interessanten Frauen und Männern zu chatten. Der Cushioner liked Facebook-Postings, hinterlässt liebe Kommentare und Herzchen auf Instagram und sorgt auch mit kurzen Nachrichten dafür, immer präsent zu bleiben. Zu den Online-Kontakten entsteht ein emotionales Band, eine Fast-Beziehung. Zum Sex kommt es in der Regel nicht.

Geht die eigentliche Hauptbeziehung kaputt, wendet sich der Cushioner verstärkt seinen übrig gebliebenen Kontakten zu. Er oder sie tröstet sich mit Cushionees über das Beziehungsende und den Liebeskummer hinweg. [2]

Herkunft des Begriffs

Die Wortneuschöpfung „Cushioning“ ist von dem englischen Begriff „cushion“ (Deutsch: „Kissen“) abgeleitet. Wer diese Technik anwendet, möchte „weich fallen“. Scheitert eine Partnerschaft, gibt es noch mindestens eine andere, oft jedoch mehrere Personen, auf die der Cushioner bequem zurückfallen kann: Er / sie beginnt sofort die nächste Beziehung.

Typische Verhaltensweisen

Erkennen, dass man selbst Cushioning einsetzt

Cushioning oder Freundschaft? Manche Menschen haben intensive Beziehungen zu ihren Freundinnen und Freunden. Daran ist nichts auszusetzen. An diesen Kriterien lässt sich der Unterschied festmachen:

  • Häufige Kontakte zu einer oder mehreren Personen, an denen sexuelles Interesse besteht
  • Die Nachrichten werden vor dem Partner geheim gehalten
  • Sexuelle Fantasien über die „Cushionees“
  • Dating-Fantasien, falls die derzeitige Beziehung endet
  • Hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung von anderen Personen außerhalb der eigenen Partnerschaft [3]

Erkennen, dass man ein Opfer von Cushioning ist:

  • Der Partner ist permanent mit dem Smartphone beschäftigt.
  • Das Gerät bleibt nie allein im Raum zurück. (Die Gefahr ist zu groß, dass bei einem Blick auf den Bildschirm die Unterhaltungen mit anderen oder die installierten Dating-Apps entdeckt werden.)
  • Der Partner wirkt nicht besonders an der Beziehung interessiert, will sich nicht festlegen und tut sich mit Entscheidungen schwer.

Gründe für Cushioning

Manche Cushioner sind noch nicht bereit, sich zu binden. [4] Möglicherweise steckt dahinter Angst, sich vollkommen auf eine Beziehung einzulassen. Oder sie rechnen damit, dass ihre Beziehung langfristig ohnehin keine Chance hat. Um nicht verletzlich zu sein, wenden sie sich mehreren Partnerinnen beziehungsweise Partnern zu. Dementsprechend haben sie mindestens einen Notnagel, falls ihre eigentliche Partnerschaft scheitert. Außerdem bekommen Cushioner so von unterschiedlichen Seiten Aufmerksamkeit. Das schmeichelt dem Ego.

Probleme durch Cushioning

Cushioning hinterlässt Spuren in der bestehenden Partnerschaft. Für einen der Beteiligten steht die Liebe nicht im Fokus. Dadurch fehlt es an Vertrauen, Nähe und Bindung.

  • Kommunikationsprobleme: Statt anzusprechen, was in der Beziehung möglicherweise fehlt und Probleme konstruktiv zu lösen, sucht sich der Cushioner Aufmerksamkeit und Bestätigung außerhalb der Partnerschaft. Eine wertschätzende, partnerschaftliche Kommunikation fehlt. Dadurch stagniert die Paarbeziehung.
  • Fehlende Nähe: Ständig über mögliche alternative Liebschaften nachzudenken, ist Gift für die bestehende Beziehung. Der Cushioner ist nicht wirklich mit ganzen Herzen dabei. Echte Nähe und Offenheit fehlen. Der Partner spürt, wenn ihm nicht die alleinige Aufmerksamkeit gehört.
  • Vertrauensbrüche: Für viele Frauen und Männer bedeutet es eine Grenzüberschreitung, wenn der Partner regelmäßig mit anderen chattet, ihnen Komplimente macht oder Herzchen für sie hinterlässt. Werden die heimlichen Online-Aktivitäten entdeckt, können Misstrauen und Eifersucht entstehen. Das belastet die Beziehung und bringt sie schlimmstenfalls zum Scheitern.
  • Seitensprung-Risiko: Irgendwann überschreitet der Cushioner möglicherweise doch eine Grenze und lässt sich auf Sexting, tatsächliche Dates, einen One-Night-Stand oder sogar auf eine Affäre ein. Spätestens dann ist die eigentliche Beziehung ruiniert.

Geschichte

Es ist nicht neu, dass jemand eine Beziehung eingeht, aber noch andere Personen in der Hinterhand hat. Durch die heutige Vernetzung und die Allgegenwart des Smartphones ist es allerdings viel einfacher, mit anderen in Kontakt zu treten. Dafür sorgen zahllose soziale Medien und Dating-Apps.

Kritik am Cushioning

Sich jemanden warmzuhalten, nur um eventuellen Liebeskummer oder Einsamkeit abzufedern, ist der betroffenen Person gegenüber nicht fair. Diese macht sich aufgrund der erhaltenen Aufmerksamkeit aller Wahrscheinlichkeit nach Hoffnung auf mehr und wünscht sich eine Vertiefung des Kontaktes. Wer als „Kissen“ eingesetzt wird, fühlt sich ausgenutzt und verletzt: Für eine echte Beziehung reicht man nicht aus. Nur als Notnagel ist man gerade noch gut genug. [5]

Wer auf Cushioning zurückgreift, hinterlässt Zweifel an seiner Bindungs- und Beziehungsfähigkeit. Statt Probleme aktiv anzusprechen und auf erwachsene Weise zu lösen, riskiert der Cushioner einen Stillstand in seiner Beziehung. Er sucht sich das, was ihm fehlt, woanders.

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Bildnachweis: © Leszek Glasner (ID 554486008) / shutterstock.com
Quellen:
[1] https://babe.net/2017/02/07/cushioning-new-ghosting-welcome-dating-trend-dont-even-know-youre-626
[2] https://www.beziehungsweise-magazin.de/singles/suchen-finden/cushioning-dating-trend-fuer-unverbindliche/
[3] https://www.askmen.com/dating/dating_advice/understanding-cushioning-the-new-dating-trend.html
[4] https://www.thesun.co.uk/living/3342689/cushioning-is-the-latest-dating-trend-and-if-its-happening-to-you-then-you-should-be-worried/
[5] https://www.eharmony.co.uk/dating-advice/dating/cushioning-dating-trend#.XEUqRFxKg2w